EU will Whistleblower besser schützen

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    Für eine Neuregistrierung ist kein realer Email-Account notwendig.

    • EU will Whistleblower besser schützen

      Die EU-Staaten und das Europaparlament haben sich auf einheitliche Regeln zum Schutz von Hinweisgebern geeinigt. Beim Meldekanal haben die Whistleblower Flexibilität.

      Bislang hatten nur zehn EU-Staaten Regeln, die Whistleblower geschützt haben. Nun hat die EU Mindeststandards zum Schutz der Hinweisgeber beschlossen. Unterhändler des Europaparlaments und der EU-Staaten einigten sich in der Nacht zum Dienstag, teilte die Verhandlungsführerin des Parlaments, Virginie Rozière, auf Twitter mit.


      Weil mehrere Skandale, beispielsweise das Facebook-Datenleck oder die sogenannten Panama Papers, erst durch Whistleblower öffentlich geworden waren, hatte die EU-Kommission im April 2018 einen Vorschlag zum einheitlichen Schutz der Hinweisgeber vorgelegt.


      Bei Whistleblowing geht es um das Aufdecken und Weitergeben von Missständen oder kriminellen Machenschaften durch Insider, die meist als Mitarbeiter einen privilegierten Zugang zu Informationen haben.


      Whistleblower haben bei Wahl des Meldekanals Flexibilität

      Der wahrscheinlich berühmteste Whistleblower ist der Amerikaner Edward Snowden, der die Überwachungstechniken des US-Inlandsgeheimdiensts NSA veröffentlicht hatte.


      Bei der Wahl des Meldekanals haben Whistleblower Rozière zufolge künftig Flexibilität. Parlament und EU-Staaten hatten lange darüber gestritten, ob die Hinweisgeber sich in der Regel zuerst an eine Meldestelle im eigenen Unternehmen wenden müssen. Das Parlament hatte sich für mehr Wahlfreiheit eingesetzt.

      EU-Staaten und Parlament müssen die Einigung aus der Nacht noch formell bestätigen. Anschließend haben die Länder rund zwei Jahre Zeit, die neuen Regeln in nationales Recht umzuwandeln.

      Quelle: Spiegel Online

      In meinem Leben habe ich gelebt, geliebt, verloren, vermisst, vertraut, Fehler gemacht, aber am meisten hab ich gelernt. Claudia 3n6el
    • Schutz von Whistleblowern

      Kein Freibrief zum Petzen

      Whistleblower sollen in der EU besser geschützt werden. Das ist ehrenwert und gut, sogar überfällig. Das Beispiel der LuxLeaks-Affäre, bei der Tippgeber und Journalist sich anschließend vor Gericht verantworten mussten, zeigt, dass Handlungsbedarf besteht. Von Detlef Drewes


      Nun wird es also eine mehrstufige Lösung geben, die den Hinweisgeber zunächst an die internen Beschwerdestellen bindet, ehe er sich an Behörden oder gar die Öffentlichkeit wenden darf. Nur in Fällen von äußerster Ignoranz oder erkennbarem Verschleppen von Tipps darf er sich direkt an investigative Journalisten wenden.

      Das klingt vernünftig, weil der Gesetzgeber eben auch die Betriebe schützen muss. Was in Brüssel nun als Kompromiss vereinbart wurde, ist nämlich kein Freibrief zum Petzen und Verpfeifen. Mehr noch: Der hohe Schutz, den der Whistleblower in Anspruch nehmen darf, ist an Enthüllungen von Straftaten gebunden, an deren Aufdeckung ein öffentliches Interesse besteht. Diese Eingrenzung war wichtig. Sie wurde nicht zuletzt aus der deutschen Diskussion um ein Whistleblower-Gesetz übernommen. Gerade weil es wichtig ist, den „wahren“ Hinweisgeber von unzufriedenen und rachsüchtigen Mitarbeitern zu trennen, die sich wichtig machen wollen.

      Quelle: saarbruecker-zeitung

      In meinem Leben habe ich gelebt, geliebt, verloren, vermisst, vertraut, Fehler gemacht, aber am meisten hab ich gelernt. Claudia 3n6el