Wurden Beweismittel absichtlich geklaut? Kindesmissbrauch in Lügde: Immer mehr Opfer und ein böser Verdacht

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    • Wurden Beweismittel absichtlich geklaut? Kindesmissbrauch in Lügde: Immer mehr Opfer und ein böser Verdacht

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      Im Missbrauchsfall Lügde rückt die Arbeit der Ermittler und deren Hintergrund in den Fokus. Und die Zahl der Opfer steigt weiter. Auf Innenminister Reul kommen Fragen zu.
      Der Missbrauchsfall von Lügde nimmt immer erschreckendere Ausmaße an. Die Zahl der Opfer sei inzwischen auf mindestens 34 gestiegen, sagte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) am Donnerstag im Innenausschuss des Landtags.

      Bei 14 weiteren Personen bestehe der Verdacht, dass auch sie Opfer des vielfachen Missbrauchs auf einem Campingplatz geworden sein könnten. Reul rechnet daher mit einer weiter steigenden Opferzahl. Bislang waren die Ermittler von mindestens 31 Opfern ausgegangen.

      In anderem Sexualstraffall Beweismittel verschwunden: Ex-Leiter suspendiert
      Auch der Polizeiskandal infolge zahlreicher Ermittlungspannen weitet sich aus. So wurde ein zeitweiliger Leiter der Lipper Ermittlungskommission vorläufig vom Dienst suspendiert. Der Beamte des Kriminalkommissariats Bad Salzuflen habe die Kommission von Mitte Dezember bis Anfang Januar geführt, sagte Reul. Gegen ihn bestehe in einem anderen Sexualstraffall der Verdacht der Strafvereitelung im Amt.

      Wie auch im Fall Lügde seien Beweismittel in jenem Fall nicht mehr auffindbar gewesen. Gegen den Beamten sei Strafanzeige gestellt und ein Disziplinarverfahren eröffnet worden. Wegen der Verstrickung der Fälle sei er suspendiert worden. Die Ermittlungen zu Lügde hatte Ende Januar das personell besser ausgestattete Polizeipräsidium Bielefeld übernommen.
      Im Video: Kriminal-Experte zu Missbrauch auf Campingplatz: Schockierende Zustände bei Ermittlungen

      focus.de/politik/deutschland/a…ttlungen_id_10381872.html

      Es besteht Verdacht, dass Beweismittel "bewusst entfernt wurden"
      Der suspendierte Beamte hatte als Tutor auch den Kommissarsanwärter betreut, der die später aus einem nicht gesicherten Asservatenraum verschwundenen 155 CDs und DVDs gesichtet hatte. Der Verlust der Beweismittel wurde erst Wochen später bemerkt. Die Staatsanwaltschaft Detmold habe inzwischen ein Ermittlungsverfahren gegen unbekannt wegen Diebstahls eröffnet, erklärte Reul. Es bestehe der Verdacht, dass die Beweismittel "bewusst entfernt wurden".
      Im Fall Lügde waren drei Beamte aus der Führung der Polizei Lippe laut Innenministerium bereits versetzt worden. Gegen zwei weitere Polizisten laufen Strafverfahren, weil sie frühe Hinweise auf den Kindesmissbrauch nicht an die Staatsanwaltschaft Detmold weitergeleitet hatten.

      Hinweis auf weitere "tatrelevante Parzelle" auf dem Campingplatz
      Die drei Haupttatverdächtige im eigentlichen Missbrauchsfall sitzen in Untersuchungshaft. Nach bisherigen Erkenntnissen hatte es seit 2008 auf dem Campingplatz an der Landesgrenze zu Niedersachsen mehr als 1000 Fälle des sexuellen Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen gegeben. Zudem gibt es laut Reul Hinweise, dass der Hauptverdächtige schon 2002 ein damals achtjähriges Mädchen missbraucht haben soll.

      Die Durchsuchungen wurden unterdessen auf weitere Objekte ausgedehnt. Anfang März sei auch das Elternhaus eines Mitbeschuldigten untersucht worden. Unterlagen und CDs seien in dessen Zimmern im Keller sichergestellt worden. Das Mysteriöse: In einem der Kellerräume gab es laut Reul Ende Januar oder Anfang Februar einen Einbruchsversuch - kurz nach dem öffentlichen Bekanntwerden des Missbrauchsfalles. Gegenstände seien nach jetzigem Stand nicht entwendet worden, sagte Reul. Außerdem gebe es Hinweise auf eine weitere "tatrelevante Parzelle" auf dem Campingplatz.

      Fast 3,3 Millionen sichergestellte Bilder und fast 86 300 Videos werden derzeit ausgewertet
      Aktuell werden laut Reul fast 3,3 Millionen sichergestellte Bilder und fast 86 300 Videos ausgewertet. Insgesamt 24 Spezialisten werteten in Bielefeld die IT-Beweismittel aus.

      Aus Antworten auf Fragen der oppositionellen Grünen geht hervor, dass die Polizei Lippe am 11. Januar erstmals berichtet hatte, dass sogar 30 oder mehr Kinder Opfer des Missbrauchs sein könnten. Trotz des Ausmaßes übertrug das Innenministerium erst rund drei Wochen später die Ermittlungen auf die Polizei in Bielefeld.
      Die Grünen-Innenexpertin Verena Schäffer sagte, sie könne "nicht nachvollziehen", warum das Innenministerium nicht früher eingeschritten sei. Zudem sei erst sieben Tage nach der Festnahme der Tatverdächtigen eine Ermittlungskommission bei der Polizei Lippe gebildet worden.

      Reul sagte, die Lipper Polizei habe immer wieder erklärt, sie habe "alles im Griff". Es seien von den Ermittlern "ja auch 3000 Seiten beschrieben worden". Laut einem Bericht Reuls für den Innenausschuss sichteten Beamte der Polizei Lippe 23 Festplatten, zwölf SD-Karten, zehn Handys und Tablets, neun USB-Sticks und fünf Digicams, die auf dem Campingplatz sichergestellt worden waren.
      Erst Ende Januar, als das Ausmaß des massenhaften Missbrauchs klar geworden sei, "ist der Knoten bei uns endgültig geplatzt", sagte Reul.

      Quelle:Focus


      In meinem Leben habe ich gelebt, geliebt, verloren, vermisst, vertraut, Fehler gemacht, aber am meisten hab ich gelernt. Claudia 3n6el
    • Neu

      Bisher, wurden sehr, sehr viele Fehler gemacht .... !
      ABER es sind einige am "aufräumen" und machen Ihren Job jetzt hoffentlich fachgerecht.
      WIRD AUCH ZEIT !

      PS. Über 3,00 Millionen Bildaufnahmen!!!, UNFASSBAR VIEL MATERIAL IST DAS!
      andere Parzelle auch Hinweise als Missbrauchs-Ort !,
      und die vielen Camper haben über Jahre nichts bekommen...
      Denke "nicht wenige" laufen jetzt mit schlechten Gewissen rum. (Recht so !!!)
      Bin der Danny Pennywise, natürlich bin ICH harmlos...