CISA-Führung: You're fired – und dann? Mit der Kündigung seines Cyberexperten hat sich Trump keinen Gefallen getan

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      STERN Digital schrieb:

      Weil der Leiter der Cybersicherheits-Behörde CISA ihm gegen den Strich ging, warf Donald Trump ihn raus. Jetzt steht der Nachfolger fest. Und der dürfte nicht weniger unbequem sein.

      "You're fired" - das ist nicht nur die Phrase, mit der Donald Trump zum Reality-TV-Star wurde. Es ist auch seine Lieblings-Lösung für viele seiner Probleme als US-Präsident. Am Dienstag entließ er seinen Experten für Cybersicherheit, weil der ihm bei seinen Behauptungen zum Wahlbetrug widersprach. Doch den Nachfolger Brandon Wales könnte Trump noch weniger unter Kontrolle haben.

      Dabei war schon der geschasste Christopher Krebs dem Präsident ein Dorn um Auge. Während Trump und sein Team Millionenfachen Wahlbetrug für die - noch immer nicht offiziell eingestandene - Niederlage gegen Herausforderer Joe Biden verantwortlich machen, nannten Krebs und seine Behörde die Wahl am Freitag "die sicherste in der US-Geschichte. Und taten auch sonst alles dafür, die Falschbehauptungen Trumps richtig zu stellen. Von seinem Nachfolger wird er allerdings keine Änderung erwarten können. Und: Es wird für Trump nicht so einfach sein, ihn loszuwerden.Paid Trumps Anwälte_10.40Uhr

      Vom Regen in die Traufe

      Denn Brandon Wales gehört zum engsten Kern seines Amtsvorgängers. Krebs selbst soll den allgemein als extrem smart beschriebenen Experten in sein Führungsteam geholt haben und sogar gezielt als seinen Nachfolger aufgebaut haben, berichtet "Politico". Dass er den Posten bekam, geht nur indirekt auf das Weiße Haus zurück: Weil neben Krebs auch sein Vize Matthew Travis das Amt auf Druck des Präsidenten niederlegte, rückt nun Wales nach.

      Das könnte Trump vor ganz neue Probleme stellen. Anders als Krebs und sein Vize Travis wurde Wales nicht von der Regierung ins Amt gebracht. Er ist ziviler Angestellter und hat sich im Heimatschutzministerium, zu dem auch die Cyber- und Infrastrukturabteilung CISA gehört, nach oben gearbeitet. Die Folge: Während sich die von der Politik eingesetzten Beamten auch von dieser wieder entfernen lassen, genießt er weitreichenden Kündigungsschutz. Und kann nur aus besonders schwerwiegenden Gründen entlassen werden. Den Präsidenten zu verärgern, gehört nicht dazu.

      Weiter wie gehabt

      Entsprechend soll Wales planen, die Arbeit Krebs einfach fortzusetzen. Die Webseite, mit der die CISA Falschmeldungen in Nachrichten und auf sozialen Medien aufdeckt, soll weiter Online bleiben, berichteten Vertraute des neuen Behörden-Chefs. Sie war auch der Grund für den Ärger Trumps: Anders als er das von seinen "Angestellten" erwarten würde, war CISA auch nicht davor zurückgeschreckt, die zahlreichen Falschbehauptungen des Präsidenten auf Twitter und Co. richtigzustellen. Sie gilt als Hauptgrund für die Entscheidung Trumps, die Führung der Behörde auszutauschen, nachdem er sie selbst überhaupt ins Leben gerufen hatte. Immerhin soll Wales nicht vorhaben, dem Präsidenten bei seinem Lieblingsdienst Twitter zu widersprechen. Das hatte Krebs selbst dann noch getan, als er längst davon ausging, seinen Posten räumen zu müssen.

      Bei anderen Beobachtern wird Wales neue Position indes extrem positiv zu sehen. "Er ist einer der smartesten Menschen, mit denen ich je gearbeitet habe, ganz sicher einer der smartesten im Heimatschutzministerium", lobte etwa der Krebs-Vertraute Bryan Ware, der letzte Woche als erster aus dem Führungszirkel den Hut nehmen musste. "Es gibt sicher niemanden, der besser auf diesen Job vorbereitet ist als er."Trump CISA Rauswurf 19.08

      Klare Fronten

      Dass Wales sich auf Trumps Seite schlägt, ist quasi ausgeschlossen. Walers würde "eine effektive Machtübergabe an das Bidenteam" unterstützen, gab sich Ex-Kollege Travis gegenüber "Cyberscoop" sicher.  Er würde den "behördenweiten Umbau abschließen, den Chris (Krebs) und ich angestoßen haben." Das dürfte im Interesse der USA sein: Die Arbeit der Behörde wurde anders als die meisten anderen Projekte Trumps über Parteigrenzen hinaus enorm positiv bewertet.

      Ein kleines Signal brachte Wales dann doch bei Twitter unter: "Die Mission hat sich nicht geändert", schrieb er nach Bekanntgabe seiner Amtsübernahme bei Twitter. Das genutzte Hashtag "Protect2020" (schützt die Wahl 2020) macht zusammen mit dem Statement klar: Auch Wales will die Wahl vor Beeinflussung schützen. Und die kam nach Ansicht der Behörde bisher nahezu ausschließlich von Seiten des Trump-Teams.

      Quelle:PoliticoCyberscoop

      Quelle: stern.de/digital/online/donald…sfeed&utm_source=standard