Warentest: Saugroboter im Test: Gute Ergebnisse gibt es nicht bei Billigsaugern

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      STERN Digital schrieb:

      Die Stiftung Warentest hat Saugroboter aller Preisklassen getestet – mit den Billigmodellen waren sie nicht zufrieden. Aber für 350 Euro gab es schon gute Kandidaten.

      Saugroboter haben die Wohnungen und dann auch das Labor von Warentest erobert. Im aktuellen Test sind zwölf Modelle – mit Preisen zwischen 175 und 1000 Euro. Von der Preisspanne her deckt der Test also das ganze Umfeld ab. Ob das sinnvoll ist, ist eine andere Frage. Es ist in etwa so, als würde Küchenradios gegen High-End-Anlagen antreten. Zudem ist die Auswahl der Kandidaten recht eigentümlich. Von manchen Firmen stehen die neuen Top-Modelle in den Test. Von den beiden weltweit führenden Firmen Roomba und Neato wurden dagegen – mal wieder - Altgeräte genommen, die inzwischen in vergleichsweise günstige Regionen abgesunken sind. Von Neato ist der D7 im Test – mittlerweile gibt es als vier neuere Generationen, D8, D9 und D10 – bei Roomba sieht es ähnlich aus.

      Billig taugt nicht

      Generell fassen die Warentester die Ergebnisse unter "Gründlichkeit ist eine Preisfrage" zusammen. Die günstigen Modelle im Test schwächelten bereits beim Saugen. Nur der Eufy RoboVac 30C schnitt noch mit "befriedigend" (2,8) ab. Das Gerät kostet laut Warentest 270 Euro. Er schafft als einziges preiswertes Gerät im Test befriedigende Saugergebnisse auf Hart- und auf Teppichboden, sei aber schwach gegen Staub. PAID STERN 2020_02 Roboter im Einsatz 0910

      Der Testsieger stammt von Bosch. Der Roxxter Serie 6 kostet 800 Euro laut Warentest, laut Preisvergleich ist er ab 630 Euro zu bekommen, damit gehört schon zur finanziellen Oberklasse. Er bekommt die Note "gut" – 2,3 - und wird zum "Teppich-Profi" gekürt. Auch Hartboden saugt er gut. Ebenfalls gelobt werden die Flächenabdeckung und die App. Kaum schlechter mit der Note "gut" und 2,4 schneidet das Altgerät von iRobot ab. Der Roomba i7158 ist auf Hartboden sogar besser. Hier ist aber die Flächenabdeckung nicht optimal. Dafür schnitten Handhabung am Gerät und per App am besten ab. Warentest gibt einen Preis von 500 Euro für den Roomba an. Regelmäßig ist das Gerät aber auch im Sonderangebot für nur 350 Euro zu bekommen. Nummer drei in der Platzierung ist der Neato Botvac Connected D7 mit der Note "gut", beziehungsweise 2,5. Hier werden die hohen Folgekosten bemängelt. Die Warentester geben einen Preis von 430 Euro an. Aber wie das Roombagerät kann man den Neato auch schon für etwa 350 Euro bekommen.

      Haarige Testbedingungen

      Beim Test wurden die Bedingungen dieses Mal deutlich verschärft: Besonders hakelig wird es für Roboter, wenn Haare aufgesaugt werden sollen. Sie werden eingesaugt und dann von Bürsten und Lagern aufgewickelt. So wichtig diese Disziplin ist, die Warentester haben sich für die Schwierigkeitsstufe "extrem" entschieden und büschelweise 20 Zentimeter lange Fasern verteilt. Allerdings sind derart lange Fasern in dieser Menge außerhalb eines Friseursalons doch sehr selten anzutreffen. Sollte sich der Roboter nicht nur in einer Testumgebung, sondern im Alltag jeden Tag eine Stunde durch so ein Meer von Haaren kämpfen müssen, würde wohl jedes Gerät nach wenigen Tagen komplett ausfallen.

      In unserem Haushalt mit zwei langhaarigen Bewohnern ist uns in jahrelanger Praxis mit mehreren Robotern das Haar-Problem nicht begegnet. Wie immer bei den Tests von Saugrobotern fällt ein mäkeliger Grundton der Warentester auf.

      Richtig ist, ein Roboter führt nicht zum Ende aller Staubprobleme. Ursache dafür ist in aller Regel die Einrichtung, die einzelne Bereiche für den Roboter unzugänglich macht. In der Praxis hängt das Ergebnis davon ab, welche Abdeckung der Roboter erreicht und wie häufig er an Problemregionen steckenbleibt. Das liegt teilweise an der Güte der Navigation – das überprüfen die Warentester – zu einem großen Teil aber am Wohn- und Lebensstil. Befinden sich nur Tische und Stühle in der Wohnung, hat der Robbi freie Bahn. Wird der Boden aber von Leuchten, Vasen und Plastiken bevölkert, schränkt das seinen Einsatzraum ein. Stehen Schuhe herum, wird der Roboter die Senkel fressen.

      Alternative Optionen

      Mit gerümpfter Nase beschweren sich die Tester, dass man sich beim Leeren der Staubbox schmutzige Finger holt. Richtig, das stimmt. In einer Wohnung ohne Flusenschmutz und Tierhaare ist das etwa einmal pro Woche der Fall. Außer, man kauft einen Sauger mit einer großen Dockingstation. Das gibt es etwa von Medion und Roomba – das sollte man doch auch erwähnen, wenn man diese Geräte schon nicht testet. Auch wird der relativ teure Ersatz für Filter und Bürsten bemängelt. Zu Recht, doch ein Hinweis, dass man diese Zubehörteile auch für einen Bruchteil des Orginal-Preises von Drittanbietern bekommen kann, unterbleibt. Es ist tatsächlich meist nicht nötig, die originalen Filter, Walzen und Bürsten zu benutzen. Das Gleiche gilt für Ersatzakkus.

      Von den getesteten Geräten sind die Kandidaten von Roomba (i7) und Neato (D7) die Preisleistungssieger. Das geringfügig bessere Abschneiden des Bosch rechtfertigt nicht einen mehr als doppelt so hohen Preis. Von beiden Firmen gibt es deutlich bessere, dann aber auch teure Geräte. Wer sich nicht die Finger schmutzig machen will, sollte sich nach Modellen mit Dockingstation umsehen.

      Den ganzen Test können Sie gegen Gebühr hier einsehen.

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      Quelle: stern.de/digital/technik/saugr…sfeed&utm_source=standard