Prozessor-Test: Intel Core i5 11400F: Der beste Budget-Gaming-Prozessor?

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    • Prozessor-Test: Intel Core i5 11400F: Der beste Budget-Gaming-Prozessor?

      STERN Digital schrieb:

      Mit dem Intel Core i5 11400F sorgt Team Blau für Furore im Budget-Segment. Für wen sich der Prozessor lohnt, verrät der Test.

      Die Intel-Prozessoren der Rocket-Lake-S-Serie markieren die letzten ihrer Art. Nicht nur der 1200er-Sockel der Chips endet, sondern auch der Fertigungsprozess, in dem die Prozessoren hergestellt werden: In Zukunft fertigt Intel in 10 anstatt 14 Nanometern. Lange müssen Fans von Team Blau nicht mehr warten, bis sie die ersten Prozessoren der sogenannten Alder-Lake-Serie in den Händen halten dürfen. Die im neuen Verfahren hergestellten Prozessoren sollen schon im vierten Quartal 2021 auf den Markt kommen.

      Da stellt sich die Frage, was Intel mit seiner Rocket-Lake-S-Serie eigentlich will. Vor allem im High-End-Segment dürfte der Hersteller mit dem Core i9 11900K kaum Interessenten zum Kauf animieren – immerhin ist die aktuelle Top-CPU von Intel im Vergleich zu ihrem Vorgänger von zehn auf acht Kerne geschrumpft und wartet dabei mit einem höheren Stromverbrauch auf. Fernab von Oberklasse-Prozessoren hat Intel trotzdem für eine Überraschung gesorgt und zwar mit dem Core i5 11400F. Wie für das F-Suffix bei Intel üblich, kommt der Prozessor ohne integrierte Grafikeinheit daher und ist nicht übertaktbar. 

      Core i5 11400F

      Basistakt:

      2,6 Gigahertz

      Turbo-Takt Singlecore:

      4,4 Gigahertz

      Turbo-Takt Multicore:

      4,2 Gigahertz

      TDP:

      65 Watt

      Sockel:

      LGA 1200

      Core i5 11400F: Verbesserungen zum Vorgänger

      Schon der direkte Vorgänger des Core i5 11400F war ein Preisleistungstipp unter Spielern. Entsprechend blieb sich Intel seiner unverbindlichen Preisempfehlung treu: Sie beträgt beim Core i5 11400F wie beim Marktstart des Core i5 10400F etwa 160 Euro. Allerdings verbesserte der Chiphersteller den Rocket-Lake-S-Prozessor in wichtigen Punkten: 

      1. Der Core i5 11400F unterstützt PCIe 4.0 mit bis zu 20 Lanes – also eine PCIe-4.0-Grafikkarte plus eine PCIe-4.0-NVMe-SSD
      2. Nach vier Jahren ändert Intel außerdem seine Architektur: "Cypress Cove" verbessert laut Hersteller die "Instructios per Cycle", also wie viele Befehle der Prozessor pro Taktzyklus ausführen kann. Vereinfacht gesagt, bringen die Rocket-Lake-S-Prozessoren bei gleichem Takt mehr Leistung als ihre Vorgänger.
      3. Im Vergleich zum Core i5 10400F fällt der Basistakt mit 2,6 Gigahertz (GHz) beim i5 11400F 200 Megahertz (MHz) geringer aus
      4. Dagegen ist der Turbo-Boost für einen Kern mit 4,4 Ghz 100 MHz höher und der Turbo-Boost für alle Kerne mit 4,2 GHz 200 MHz höher als beim Vorgänger – die thermische Verlustleistung ist mit 65 Watt gleich geblieben – dazu aber später mehr
      5. Außerdem lässt sich mit dem Core i5 11400F der Arbeitsspeicher übertakten

      Intel Core i5 11400F: Das Testsystem

      • Mainboard: Asus ROG Maximus XIII Hero
      • RAM: 16 GB G.Skill Aegis DDR4-3200 CL-16-18-18-38 Dual Kit
      • Kühler: Noctua NH-U12A
      • Grafikkarte: Radeon Vega 56
      • Netzteil: Kolink Enclave 80 Plus Gold, 600 Watt

      Bis auf das Mainboard handelt es sich bei allen Komponenten eher um die Kategorie Preis-Leistungs-Hardware. An Benchmarks musste der Core i5 11400F Cinebench R20 und R23 sowie Geekbench und den Spielebenchmark von "Total War: Warhammer II" über sich ergehen lassen. Im Total-War-Benchmark war die Auflösung auf 720p reduziert und die Voreinstellung auf hoch gesetzt, um FPS-Limitierung der durchaus schwachen Grafikkarte vorzubeugen. Bei den synthetischen Benchmarks war das nicht nötig. Der Arbeitsspeicher arbeitete im Dual-Channel-Modus bei 3200 Megahertz.

      Dazu jagte der Prozessor im E-Sport-Test durch die Welten von "Dota 2" und "Counter Strike: Global Offensive" und das auf einem 144-Hertz-Monitor. Als Referenz ist mit dem Intel Core i5 11600K ein zweiter Sechskerner auf dem gleichen Testsystem durch die gleichen Tests gelaufen. Beide Prozessoren liefen auf dem voreingestellten Standard-Takt, zumal sich Intel-Prozessoren ohne K-Suffix nicht über den voreingestellten Multiplikator hinaus übertakten lassen. Allerdings lief der Core i5 11400F ohne Power-Limitierung. Die Power-Limitierung regelt, wie viel Strom der Prozessor maximal nutzen darf.

      In der Theorie arbeitet der Core i5 11400F mit einer durchschnittlichen Leistungsaufnahme von 65 Watt. Wenn wenig zu tun ist, braucht der Prozessor weniger Strom, unter Volllast entsprechend mehr. Deshalb hat der Intel-Prozessor von Haus aus zwei Powerlevel, die die unterschiedliche Auslastung ausgleichen sollen. Bedeutet, dass wenn der Prozessor lange nichts zu tun hat, er für schwere Aufgaben mehr Strom bekommt und dadurch höher taktet. Allerdings beschränkt sich dieses mehr an Strom auf maximal 154 Watt für 28 Sekunden (beim Vorgänger waren es 134 Watt für 28 Sekunden).

      Ist der Puffer aufgebraucht, taktet die CPU wieder herunter und verbraucht weniger Strom. Warum Sie das tut ist klar: Der Mittelwert von 65 Watt darf nicht überschritten werden. Diese Power-Limitierung lässt sich auf den meisten Mainboards ausstellen, was die meisten Spieler auch tun. Fertig-Computer von Dell, HP und Co. halten aber meist die Limitierungen von Intel ein – weshalb Gamer von solchen Computern mit dem Core i5 11400F eventuell Abstand nehmen wollen.

      Die Testergebnisse:

      i5 11400F ohne PL

      i5 11600K

      Leistungsunterschied

      UVP-Unterschied

      Cinebench R20 Multicore

      3713

      4313

      14 Prozent

      circa 35 Prozent

      Cinebench R23 Singlecore

      1375

      1564

      12 Prozent

      Cinebench R23 Multicore

      9629

      11172

      14 Prozent

      Geekbench Singlecore

      1566

      1711

      9,5 Prozent

      Geekbench Multicore

      7820

      8289

      6,7 Prozent

      "Total War: Warhammer 2"

      avg. FPS 111,5

      avg. FPS 120,7

      7,5 Prozent

      Im E-Sport-Test hatten beide Prozessoren keine Probleme. Spürbare Framedrops waren in "Counter Strike: Global Offensive" nicht zu verzeichnen. Gespielt wurde in Full HD bei niedriger Detailstufe. Dabei kratzte der Intel Core i5 11400F in der Spitze an den 400 Bildern in der Sekunde und fiel nicht einmal auch nur in die Nähe von 144 Bilder in der Sekunde – perfekt für 144-Hertz-Monitore.

      In "Dota 2" performte der Prozessor ähnlich gut. Gespielt wurde wieder in Full HD bei geringer Detailstufe. In hitzigen Teamfights fielen die Bilder in der Sekunde teilweise auf um die 120 in der Sekunde ab, in der Spitze errechnete er um die 220 Bilder.

      Aus den reinen Leistungsdaten der Benchmarks ergibt sich ein Mittelwert von 12,74 Prozent weniger Leistung, die der Intel Core i5 11400F gegenüber seinem großen Bruder bringt. Verglichen mit einem Preisunterschied der unverbindlichen Preisempfehlung beider Prozessoren von etwa 35 Prozent, sind die allermeisten Gamer besser beraten, zum Intel Core i5 11400F zu greifen. "Grau ist im Leben alle Theorie, entscheidend is' auf' m Platz" wusste schon der große Alfred Preißler zu sagen. Und auf dem Platz zählt eben der aktuelle Preis.

      Weil sich der Core i5 11400F so großer Beliebtheit erfreut, ist er im Preis gar gestiegen. Momentan rangiert der Prozessor um die 200 Euro. Im Vergleich dazu kostet der Core i5 11600K gerade 229 Euro bei Amazon (21. Juli 2021) – macht eine Preisdifferenz von circa 13 Prozent. Und das deckt sich ziemlich genau mit dem Mehr an Leistung eines Core i5 11600K. 

      Core i5 11600K

      Core i5 11400F: Ryzen abgemeldet

      Und was treibt die Konkurrenz? Der Ryzen 5 5600X kostet im Juli 2021 um die 280 Euro und fällt damit schon in die nächsthöhere Preiskategorie. Bleibt der Ryzen 5 3600X für aktuell um die 210 Euro – zu teuer, denn mehr Leistung ist mit dem Chip im Vergleich zu beiden Intel-Prozessoren nicht drin – im Gegenteil. Im Segment um die 200 Euro hat Intel AMD abgemeldet – und macht sich selbst die größte Konkurrenz. Denn der Vorgänger des Core i5 11400F kostet aktuell um die 160 Euro. Wer auf die höhere RAM-Taktung, PCIe-4.0 und das mehr Leistung durch den Core i5 11400F verzichten kann, findet in dem Vorgänger-Modell aktuell ebenfalls ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.

      Core i5 10400F

      Fazit

      Wenn der Core i5 11400F für seine unverbindliche Preisempfehlung zu haben ist, bietet er das beste Preis-Leistungs-Verhältnis für Budget-Gamer unter 200 Euro. Allerdings wollen die darauf achten, ein Mainboard zu haben, bei dem sie das Powerlimit des Prozessor abschalten können. Außerdem sollten Käufer Geld für einen Kühler einplanen. Vor dem Kauf sollten Interessenten natürlich den aktuellen Preis im Auge behalten.

      Denn am 21. Juli 2021 wäre der Core i5 11600K die bessere Alternative fürs Geld. Der Prozessors taktet von Haus aus etwas höher als der Core i5 11400F. Das macht sich in der Performance bemerkbar, dürfte bei dem Unterschied der unverbindlichen Preisempfehlung nur die wenigsten Käufer locken. Weil der Core i5 11400F aber aktuell deutlich über seiner UVP angeboten wird, und der 11600K deutlich darunter, stellt der 11600K eine veritable Alternative in der Kategorie um die 200 Euro dar – vorausgesetzt ein ordentlicher Kühler ist vorhanden.

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      Quelle: stern.de/digital/technik/intel…sfeed&utm_source=standard