Social Network: Welche Skandale? Facebook verdoppelt seinen Gewinn

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      STERN Digital schrieb:

      Falschinformationskampagnen, Misstrauen bei Whatsapp und Sorgen um Kinder bei Instagram – Facebooks Ruf hat in den letzten Monaten gewaltig gelitten. Wirklich Sorgen machen muss Chef Mark Zuckerberg sich aber wohl nicht: Dem Konzern geht es so gut wie nie.

      Ob in Bezug auf Falschmeldungen wie zu Covid oder der US-Wahl, Kritik am Umgang mit Minderjährigen bei Instagram oder der massenhafte Exodus bei Whatsapp im Rahmen der neuen Benutzungsbedingungen: Machte Facebook in den letzten Monaten Schlagzeilen, waren diese selten positiv. Zuletzt hatte etwa das Buch "An Ugly Truth" über die internen Vorgänge des Konzerns für Aufsehen gesorgt. Dem Geschäft hat das aber nicht geschadet – im Gegenteil. Facebook wächst noch schneller als rasant boomende Konkurrenten wie Apple oder Microsoft.

      Sattes Wachstum

      Das zeigen die Quartalszahlen, die der Konzern gestern präsentierte. Um unglaubliche 56 Prozent konnte der Konzern seine Umsätze im Frühjahrsquartal nach oben treiben, 24,5 Milliarden Euro nahm der Konzern ein. Was Chef Mark Zuckerberg und den Investoren noch besser gefallen dürfte, ist der dabei generierte Gewinn: Ganze 8,75 Milliarden Euro machte der Konzern in drei Monaten – doppelt soviel wie vor einem Jahr. Im Hauptquartier im Menlo Park dürften die Sektkorken geknallt haben.

      Auch bei den Nutzerzahlen konnte der Konzern zulegen, über seine drei größten Dienste Facebook, Instagram und Whatsapp erreicht er nun täglich 2,76 Milliarden Menschen, ein Wachstum um 12 Prozent. Etwas weniger erfolgreich ist die Hardware-Sparte, die vor allem für die Virtual-Reality-Brillen der Oculus-Reihe bekannt ist. Hier legte Facebook immer noch um 36 Prozent zu, was nur im direkten Vergleich mit dem Gesamtwachstum wenig wirkt.PAID STERN 2020_05 Ich weiss von dir, Was du nicht weisst 0630

      Warnung vor dem Fall

      Dass Facebooks Aktie gestern trotz der starken Zahlen mit einem Minus von 3,5 Prozent abschloss, lag an einer Warnung von Finanzchef David Wehner. Man erwarte eine "spürbare Verlangsamung" des Wachstums in den kommenden Quartalen, erklärte er. Der Konzern nannte zunehmende Impfraten und weniger Zeit zuhause als Grund, ebenso wichtig dürfte aber ein anderer sein: Apples Kampagne gegen automatisches Werbetracking.

      Mit dem Update auf iOS 14.5 hatte der iPhone-Hersteller die Logik bei der Einwilligung zum Werbetracking umgekehrt: Konnten die Nutzer zuvor abschalten, dass Apps sie über mehrere Dienste hinweg verfolgen dürfen, müssen sie die Option nun aktiv einschalten. Das tut aber wohl kaum jemand: Schätzungen zufolge stimmen nur etwa 4 Prozent der iPhone-Nutzer dem Tracking zu. Facebook leidet darunter gleich mehrfach: Zum einen kann der Konzern seine Nutzer selbst nicht mehr so effektiv tracken, zum anderen sinkt durch den Schritt ausgerechnet bei den wertvolleren iPhone-Nutzern die Genauigkeit der gezielten Werbung und damit auch der Preis, der für das Ausspielen der Werbung gezahlt wird.

      Höhere Einnahmen und mehr Video

      Apple hatte das Update erst zur Mitte des Quartals eingeführt, die Folgen dürften in den kommenden Quartalen also spürbarer sein. Bisher konnte Facebook den Ausfall allerdings mehr als wettmachen: Weil das Werbegeschäft der Großkonzerne wie Facebook und Google boomte, konnten die beiden Konzerne auch die Preise pro gezeigter Werbung erhöhen: 47 Prozent verlangt Facebook im Vergleich zum Vorjahresquartal durchschnittlich. Und es könnte noch mehr werden: Wehner nennt die steigenden Werbekosten als wichtigsten Wachstumstreiber für die nächsten Monate. 

      Einer der Gründe für die höheren Einnahmen dürfte auch die Verschiebung innerhalb des Netzwerkes bei den Inhalten sein. Das Anschauen von Videos macht mittlerweile knapp die Hälfte der bei Facebook verbrachten Zeit aus, erklärte Zuckerberg. Wachstumstreiber seien dabei vor allem die Reels genannten Kurzclips, die Facebook vom Konkurrenten Tiktok abgeschaut und zuerst bei Instagram und dann auch bei Facebook selbst eingeführt hatte. 

      Quelle:Facebook



      Quelle: stern.de/digital/online/welche…sfeed&utm_source=standard