Playstation-Kultspiel für PC: "God of War" für PC im Test: Die beste Playstation-Werbung, die Sony sich wünschen kann

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    • Playstation-Kultspiel für PC: "God of War" für PC im Test: Die beste Playstation-Werbung, die Sony sich wünschen kann

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      STERN Digital schrieb:

      Fast vier Jahre nach dem Start auf der Playstation ist God of War nun erstmals für den PC erhältlich. Es war längst überfällig, dass Sony dieses Kultuniversum auch für andere Plattformen öffnet. Wie gut das gelungen ist, verrät der Test.

      Junge, Junge, was ist denn hier los? Mutter tot, Kind eingeschüchtert, Vater super streng und innerhalb der ersten halben Stunde stört irgendein tätowierter Typ mit leuchtenden Augen den Hausfrieden und veranlasst die dezimierte Familie zur Flucht. Willkommen bei "God of War", dem eigentlich vierten Teil einer Spiele-Serie. Und dem ersten, den Sony für eine andere Plattform als die eigene Playstation herausgebracht hat. Wie gut das gelungen ist und warum sich das Zocken trotz anfänglicher Verwirrung wirklich lohnt, verrät der Test.

      Das muss man erst einmal verdauen. Weil ich mir seit 2005 keine Playstation angeschafft habe, gehe ich jungfräulich ins Spiel. Und habe zu Beginn jede Menge Fragen. Warum ist die Hauptfigur mit den knallroten Tattoos ständig sehr ärgerlich und lässt ihre Wut mit halben Superkräften an Gegnern aus? Und wieso verhält er sich teilweise so merkwürdig? Kratos, wer ist das eigentlich?

      Charaktere und Gegner in God of War
      Die Charaktere und Gegner in "God of War" sind einzigartig.
      Tatsächlich bleibt vieles zu Beginn des Spiels ungesagt. Das macht es zu Anfang etwas komplizierter, sich in der Rolle des trauernden, mürrischen Vaters einzufinden. Die ersten Gespräche mit anderen Charakteren, die sich explizit auf die Vergangenheit von Kratos beziehen, lassen jedenfalls nur erahnen, was passiert sein könnte und wer der Hauptcharakter eigentlich ist. Ein Bild des Protagonisten ergibt sich für PC-Spieler:innen erst mit der Zeit, während Konsolen-Zocker:innen schon wissen, wie der Hase, pardon, Kratos läuft. Und sich eher fragen, was ihr eigentlich im fernen Griechenland beheimateter Held plötzlich im skandinavischen Wald treibt. Die anfängliche Unwissenheit schadet dem Spiel aber keineswegs, es verändert nur das Erlebnis – doch der mühevolle Einstieg lohnt sich.

      Erstmal losmetzeln

      Games, die eine spannende Story erzählen und Charaktere glaubhaft darstellen, bleiben die Ausnahme. Für den unbedarften PC-Spieler handelt es sich erstmal um eine ab der ersten Minute packende Geschichte von einem mürrischen und strengen Vater namens Kratos und seinem Sohn Atreu. Beide machen sich nach dem Tod der Mutter auf den Weg, ihre Asche auf dem Gipfel des höchsten Berges zu verstreuen. Dabei bemerkt man schnell, dass die Beziehung der beiden nicht unproblematisch ist. Die glaubhafte Entwicklung ihrer Vater-Sohn-Beziehung in einer ausgesprochen feindseligen Welt bildet den starken Handlungskern für ein episches Abenteuer. Die Kämpfe sind ebenso spannend wie die Charaktere, denen Kratos und sein Filius begegnen, die Action ist über jeden Zweifel erhaben. "God of War" für den PC ist also auch ohne Vorkenntnisse empfehlenswert, eine Zusammenfassung zu Beginn hätte Neueinsteigern aber geholfen, ein Mindestmaß an Vorwissen zu erlangen, um die Immersion zu erleichtern.

      GoW TrailerBlendet man die anfängliche Unwissenheit über das Universum mal aus, startet das Spiel mit nicht enden wollender Action. Die teils übertriebene Gewaltdarstellung, insbesondere bei den sogenannten Finishern, also der optisch expliziten Tötung der Gegner, ist alles andere als jugendfrei. Aber sie vermitteln erwachsenen Spielern schnell einen Eindruck, was für eine Art Krieger Kratos ist – ungeachtet von dessen Lebenslauf. Und ja, es macht viel Freude. Die PC-Version von "God of War" lohnt sich aber noch aus einem anderen Grund.

      Technik, die begeistert

      Der Zwist zwischen Konsolen-Spielern und PC-Spielern tobt seit Jahrzehnten. Darum soll es an dieser Stelle aber nicht gehen. Dennoch ist klar, dass sich Sony auf dem PC, abhängig von der Hardware des Spielers, mit Effekten und Grafikdetails austoben kann. "God of War" für den PC kommt mit überraschend vielen Features, die es so auf der Konsole nicht gibt. Zum Beispiel die Unterstützung für Ultra-Widescreen-Monitore und das Seitenverhältnis 21:9, eine native Auflösung in 4K und theoretisch unlimitierte Bilder pro Sekunde. Das hat zur Folge, dass das Spiel nicht nur flüssiger läuft, sondern auch deutlicher schärfer aussieht. 

      Beeindruckende Landschaften bei God of War
      Konsolen-Spieler wollen es vielleicht nicht hören: Aber mit der Grafikpracht auf dem PC macht "God of War" einfach noch mehr Spaß.
      Für Besitzer einer Nvidia-Grafikkarte der neuesten Generation gibt es zudem Unterstützung für "Deep Learning Super-Sampling" ("DLSS") und Nvidia Reflex. Beides soll für eine makellose Darstellung und minimale Verzögerung der Darstellung und Eingaben sorgen. Für Nutzer einer AMD-Grafikkarte bringt das Spiel die Möglichkeit mit, die "FidelityFX Super Resolution" ("FSR") zu aktivieren, welche im Kern ähnliche Aufgaben übernimmt.

      "God of War" für den PC wirkt nicht wie eine überhastete Umsetzung für eine Fremdplattform, sondern wie ein durchdachtes und ausgereiftes Spiel für den Rechner.

      Anforderungen an die Hardware

      Anders als bei Konsolen, gibt es für die PC-Version natürlich Mindestanforderungen, damit das Spiel überhaupt läuft, sowie eine Empfehlung für den vollen Grafikgenuss. Was der Hersteller empfiehlt, ist der folgenden Grafik zu entnehmen.

      Mindestvorraussetzungen "God of War": Das braucht Ihr PC

      • Intel i5-2500K, Ryzen 3 1200 oder neuer
      • Nvidia GTX 960, AMD R9 290X oder neuer
      • 8 Gigabyte Arbeitsspeicher
      • 70 Gigabyte Speicherplatz, im besten Fall auf einer SSD
      • Windows 10

      Hardware-Anforderungen für God of War
      Diese Hardware empfiehlt Sony für "God of War".
      Im Test lief "God of War" mit allen Details auf einem AMD Ryzen 7 5800X, 32 Gigabyte Arbeitsspeicher und einer Nvidia RTX 3080 in UWQHD, also einer Auflösung von 3440 mal 1440 Pixeln, mit rund 115 FPS auch in hektischen Szenen reibungslos. Und es sei gesagt: Das Spiel sieht fantastisch aus!

      PAID Streaming Spiele tricksen Apple aus - und setzen dabei auf die Vision von Gründer Steve Jobs 19.30Ebenfalls spannend ist die Möglichkeit, die Steuerung des Spiels selbst bestimmen zu können. Natürlich unterstützt das Game Controller aller Art, aber wer mag, darf den Kriegsgott auch per Maus und Tastatur steuern – und zwar mit der gewünschten Tastenbelegung. "God of War" passt sich also nicht nur der Hardware an, sondern auch dem Spieler. Eine Freiheit, die es auf der Konsole so nicht gibt.

      Aber warum jetzt Playstation-Werbung?

      Mit "God of War" bringt Sony nach "Horizon: Zero Dawn" nun schon den zweiten Top-Seller auf den PC. Dahinter steckt selbstverständlich eiskaltes Kalkül, denn noch in diesem Jahr folgt für Besitzer einer Playstation 4 oder 5 mit "God of War: Ragnarök" der langersehnte Nachfolger. Die Veröffentlichung des betagten Spiels für den PC darf also durchaus als Promo für die Serie verstanden werden und soll vermutlich auch die Verkäufe der Konsolen ankurbeln, sofern man denn eine bekommt. Ganz nebenbei verdient Sony bei einer unverbindlichen Preisempfehlung von 49,99 Euro nochmals einen ordentlichen Betrag mit einem im Kern vier Jahre alten Spiel.

      Kampf in God of War
      Dank freier Steuerung sind Kämpfe in "God of War" für den PC ein echtes Vergnügen.
      Fazit: So gut ist "God of War" für den PC

      Für sich gesehen ist und bleibt "God of War" ein tolles Spiel. Auch wenn PC-Spieler eiskalt in ein völlig unbekanntes Universum geworfen werden und vielleicht erst einmal keine Ahnung haben, was sich alles hinter der grimmigen Visage von Kratos verbirgt, steht der Titel für sich. Die Grafik ist ein absoluter Augenschmaus, die Technik funktioniert und die Action ist einnehmend. Es ist bedauerlich, dass es nicht alle Titel der Saga auf den PC geschafft haben – denn die Zutaten, die "God of War" als Spiel und als Geschichte mitbringt, sind heute ein seltenes Gut. Ein letztes Mal kompliziert wird es also, wenn man sich als PC-Spieler in die Welt verliebt hat und mehr will: Denn "God of War" ist nun einmal eine Spitzenwerbung für die Spielereihe auf der Playstation. Und den Nachfolger "Ragnarök" wird Sony vermutlich – wie auch diesen Titel – lange Jahre nicht für andere Plattformen öffnen.

      God of War (PC)

      • Genre: Action-Adventure
      • USK: Ab 18
      • Erscheinungsdatum: 14. Januar 2022 (PC), 20. April 2018 (Playstation 4)
      • Plattformen: PC (hier zu kaufen), Playstation (hier zu kaufen)

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      Quelle: stern.de/digital/games/-god-of…sfeed&utm_source=standard